Wohnraum, Gewerbefläche und die Natur

Boden, Wasser, Luft und Rohstoffe sind die wichtigsten Ressourcen der Natur. Der Kanton Basel-Stadt verfügt für seine ca. 200‘000 Einwohner und seine ca. 16‘000 Unternehmen beispielsweise über eine auf 3‘695,4 Hektaren respektive auf ca. 5‘000 Fussballfelder begrenzte Bodenfläche. Wasser und Luft sind im Gegensatz zum Boden mobil, doch auch diese Ressourcen sind insgesamt nur limitiert verfügbar.

Die Ressourcen der Natur spielen bezüglich des Gewährleistens der Biodiversität eine entscheidende Rolle, und auf Grund deren Endlichkeit drängt sich mit ihnen ein sorgsamer Umgang auf. Die Ansprüche der verschiedenen Personen und Gruppen an die Ressourcen der Natur fallen aber bei den einzelnen Bauprojekten fast immer unterschiedlich aus. Nutzungs- und Schutzanliegen prallen regelmässig aufeinander. Es drängt sich deswegen eine Planung auf, welche in der Lage ist, die konträren Ansprüche gegenseitig objektiv und sachlich im Sinne der Bedürfnisse der betroffenen Bevölkerung und des Gewebes abzuwägen. Zudem sollen durch die Planung auch Synergien zwischen Raumnutzung und Naturschutz umgesetzt werden, die sich beispielsweise ergeben, wenn Grün- und Gartenfläche wirtschaftlich kultiviert werden kann, dank Naturnähe Biodiversität gefördert wird oder bezüglich Erholung für die Gesellschaft ein Mehrwert resultiert.

 

Eine wichtige Rolle in diesem Spannungsfeld zwischen Nutzung und Schutz spielt die 1Natur- und Landschaftsschutzkommission des Kantons Basel-Stadt. Sie führt bei Zielkonflikten Interessensabwägungen durch, berät den Kanton und die Landgemeinden und pflegt Kontakte zu zielverwandten Organisationen. Bei grösseren Bauprojekten sowie bei Nutzungsplanungen, die den Naturhaushalt oder das Landschaftsbild beeinflussen, beschliesst sie zu Händen der zuständigen Behörden konkrete vorsorgliche Schutzvorkehrungen sowie allfällige Massnahmen zur Wiederherstellung oder zum Ersatz des ursprünglichen Naturhaushaltes und Landschaftsbildes. Im Weitern beantragt sie dem Bau- und Verkehrsdepartement zu Händen des Regierungsrates erforderliche Verbote und Bewilligungspflichten zum Schutze seltener oder schützenswerter Tier- und Pflanzenarten und sie beantragt für besonders schützenswerte Gebiete die Festsetzung von Naturschutzzonen.

 

Die wichtigsten Projekte, welche zur Zeit von der Natur- und Landschaftskommission betreut werden, lassen sich wie folgt zusammenfassen:

a) Planungen, Konzepte und Strategien

  • Natur- und Ressourcenerfordernisse in der kantonalen Richtplanung
  • Biodiversitätsstrategie des Kantons Basel-Stadt
  • Ökologische Ersatzpflicht bei Eingriffen in schützenswerte Lebensräume sowie entsprechende Bewertungsmethoden
  • Aktualisierung des Naturinventars und der Roten Artenliste Basel-Stadt
 

b) Arealentwicklungen und Bauprojekte

  • Arealentwicklung Klybeckquai / Westquai – Frühzeitiges Erarbeiten eines Konzeptes für den Naturflächenersatz und sicherstellen, dass die Naturwerte langfristig in der Gesamtplanung angemessen berücksichtigt sind.
Arealentwicklung Klybeckquai – Westquai
  • Arealentwicklung Klybeckplus – Sichern der zusätzlich entstehenden Naturwerte insbesondere angesichts der hohen Bevölkerungsdichte beispielsweise durch das Anlegen von Kleingewässern oder das Ansiedeln von Gebäudebrütern
  • Projekt WieseVital – Revitalisierung der Wiese innerhalb der Langen Erlen, Ausbau des Naherholungsraumes für die Bevölkerung und Schaffen von Lebensräumen für Tiere und Pflanzen
Visualisierung der revitalisierten Wiese
  • Vorprojekt S-Bahnhaltestelle Basel-Neuallschwil – Zukunft der Naturflächen insbesondere bei den Bahnböschungen der Elsässerbahn beim Bau der S-Bahnhaltestelle. Das Bundesrat hat kürzlich diesbezüglich vorgeschlagen, das Projekt S-Bahnhaltestelle Basel-Neuallschwil auf Grund der knappen finanziellen Bundesmittel, der Empfehlungen des Neupriorisierungsgutachten der ETH Zürich und des Fokuswechsels auf grosse Strukurprojekte zu sistieren. Die diesbezügliche finale Beschlusskompetenz liegt beim Parlament.
 

Alle diese Projekte zeigen einen engen Zusammenhang zwischen der Tätigkeit der Natur- und Landschaftskommission und der Attraktivität des Standortes unseres Stadtkantons und somit auch einen engen Zusammenhang zwischen der Kommissionsstätigkeit und der Attraktivität der sich auf den 5‘000 Fussballfelder befindenden Liegenschaften der HEV – Mitglieder. Es ist deswegen sinnvoll, dass der HEV Basel-Stadt sich weiterhin zur Verfügung stellt, in dieser Kommission mitzuwirken, und so sein diesbezügliches Fachwissen auch zukünftig in die Planung der Natur und der Landschaft sowie der Wohn- und Arbeitsräume unseres Stadtkantons einfliessen kann.

1 Mitglieder der Natur- und Landschaftskommission des Kantons Basel-Stadt:

Mitglieder:

 

  • Steck Pascale, Präsidentin, WWF Region Basel
  • De Witte Lucienne, Universität Basel
  • Hügli Christoph, Stadtgärtnerei Basel
  • Paulin Claudio, Baugenossenschaft wohnen&mehr
  • Reisner Yvonne, Leiterin kant. Fachstelle für Natur- und Landschaftsschutz
  • Spiess Claudia, Ornithologische Gesellschaft Basel
  • Weder Martin, Hauseigentümerverband

 

Sekretariat und Administration:

  • Hügli Christoph, Stadtgärtnerei
  • Rummel Tamara, Stadtgärtnerei

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