Wohnungsbau stagniert – Handlungsbedarf steigt

Das Präsidialdepartement hat heute die Zahlen zum Wohnungsbau im Kanton Basel-Stadt 2025 publiziert. Die Erkenntnis daraus ist leider nur, dass weiterhin Stagnation im Wohnungsbau herrscht.

2025 wurden 263 Wohnungen neu gebaut. Das ist der zweittiefste Wert im 10-Jahres-Vergleich. Nur die Anzahl Neubauwohnungen im Jahr 2024 war noch tiefer. In den fünfbesten Jahren dieses 10-Jahresvergleichs kamen jeweils knapp 800 bis knapp 900 neu erstellte Wohnungen auf den Markt. Wir sprechen somit nicht mehr von Differenzen, die im Normbereich liegen.

Umbauten kompensieren den Rückstand nicht

Über diese magere Neubaubilanz mögen auch die 384 neuen oder neuwertigen Wohnungen, welche im Jahr 2025 durch Umbauten entstanden, nicht hinwegtäuschen. Die Anzahl ist zwar höher als bei der Neubauproduktion, allerdings sind 144 Wohnungen durch Umwandlungen von Büroräumen entstanden. Lässt man diese unberücksichtigt, so sind lediglich 240 Wohnungen umgebaut worden. 73 Wohnungen gingen durch Zusammenlegungen, Wohnungsaufteilungen oder Zweckentfremdung verloren. Der Umbausaldo im reinen Wohnungsbereich, also ohne Berücksichtigung der Büroumwandlungen, beträgt somit lediglich 167 Wohnungen, was ebenfalls einen vergleichsweise tiefen Wert darstellt.

Blockierte Projekte und Bürokratie verschärfen die Krise

Die Probleme auf dem Wohnungsmarkt mit dem knappen Leerwohnungsbestand und dem Bevölkerungszuwachs, der im letzten Jahr rund 3’000 Personen umfasste, lassen sich nur durch eine signifikante Erhöhung des Wohnungsbestandes mit neu erstellten oder neu umgebauten Wohnungen lösen. Aus diesem Grund ist es auch unbegreiflich, dass Bauprojekte wie Lysbüchel oder Messegebäude nicht vorangetrieben und umgesetzt werden. Zudem müssen die gesetzlichen Hindernisse und Hemmnisse abgebaut werden. Das gilt vor allem für die nach wie vor zu restriktiven Wohnschutzbestimmungen, die nicht nur für eine Entwicklung im Bestand hinderlich sind, sondern offenbar Bauherrschaften vor Investitionen im Neubau abschrecken. Gleichzeitig ist aber auch das Baubewilligungsverfahren zu beschleunigen. Es geht nach wie vor viel zu lange, bis eine Baubewilligung vorliegt. Wenn weder gebaut noch umgebaut wird, können auch keine Aufträge vergeben werden. Leidtragende sind somit auch das Bau- und Baunebengewerbe, verbunden mit den negativen Auswirkungen für die Arbeitnehmenden.

SVIT beider Basel und HEV Basel-Stadt drängen den Regierungsrat schon lange, hier aktiv zu werden und die notwendigen Korrekturen anzubringen. Wird diese Aufgabe nicht sofort in Angriff genommen, werden die Probleme auf dem Wohnungsmarkt noch grösser werden.

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