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Wohnträume

14.06.2021

Helvetia, alaCasa und Money Park haben eine gemeinsame Wohntraumstudie 2021 in Auftrag gegeben und publiziert. Es wurden rund 1000 Personen befragt, davon 43 Prozent Eigenheimbesitzende und 57 Prozent Mietende, im Alter zwischen 25 und 65 Jahren. Die Ergebnisse zeigen kein anderes Bild, als man es von anderen Befragungen kennt.

Der Wunsch nach Wohneigentum ist ungebrochen gross. Die Hälfte der Bevölkerung möchte Wohneigentum erwerben; zwei von drei Mietenden würden dies auch gerne tun. Im Vordergrund steht nach wie vor das frei stehende Einfamilienhaus auf dem Land, wobei dieser Wunsch seit der letzten Umfrage rückläufig ist und die Stockwerkeigentumswohnung an Gunst gewinnt. Aus raumplanerischen und ökologischen

Überlegungen ist diese Entwicklung, d.h. das Aufholen der Eigentumswohnungen, sicherlich wünschenswert. Corona hat den Kaufwunsch auf Wohneigentum noch verstärkt.

Auch wenn noch nicht von einer Stadtflucht gesprochen werden kann, so wird das Wohnen auf dem Land wieder als attraktiver empfunden. Knapp die Hälfte der Bevölkerung bevorzugt eine ländliche Umgebung. Diese Entwicklung dürfte auch durch Corona mitbeeinflusst worden sein, denn das Vorhandensein eines Aussenraums, in welchem man sich aufhalten kann, geniesst einen hohen Stellenwert.

Wie bereits erwähnt, ist der Wunsch nach Wohneigentum ungebrochen hoch. Ein Blick auf unsere Nachbarländer zeigt, dass die Schweiz hier noch Nachholbedarf hat und den dortigen Eigentumsquoten stark hinterherhinkt. Leider sind diese Erkenntnisse bei der Politik (noch) nicht angekommen resp. finden dort wenig Gehör, im Speziellen nicht in Basel-Stadt. Im Zentrum stehen die Förderung des gemeinnützigen Wohnungsbaus und die Schaffung von preisgünstigem oder billigem Wohnraum. Das ist nicht per se falsch, denn auch jene Bevölkerungsschicht, die auf günstigen Wohnraum angewiesen ist, soll in Basel wohnen können. Aber es ist sehr einseitig. In Basel-Stadt müssen auch jene Personen eine Wohnung finden können, welche sich teureren Wohnraum leisten wollen oder in den eigenen vier Wänden wohnen möchten.

Vor allem eine ältere Bewohnerschaft, welcher ihr eigenes Einfamilienhaus zu beschwerlich wird, bekundet Mühe, eine ihren Ansprüchen genügende Wohnung zu finden. Sie sind weder auf eine preisgünstige Wohnung angewiesen noch möchten sie genossenschaftlich wohnen. Sie wünschen aber dennoch, in der Stadt zu bleiben und eine Wohnung an einer mit dem ÖV gut erschlossener Lage zu finden.

Die Anliegen dieses Teils der Bevölkerung sind genauso ernst zu nehmen wie die Interessen und Wünsche anderer Bevölkerungsteile. Es kann nicht sein, dass sich diese Wohnungssuchenden ausserkantonal orientieren müssen. Eine Durchmischung der Wohnstrukturen ist auch unter Einbezug des Wohneigentums erstrebenswert und förderungswürdig. Aus diesem Grund sind auch auf politischer Ebene Massnahmen zur Schaffung solcher Wohnungen zu unterstützen.