• Wer haftet für Sturmschäden?

Wer haftet für Sturmschäden?

25.03.2020

Dächer werden abgedeckt, Baugerüste stürzen ein, Bäume krachen in Autos, Trampoline fliegen durch die Gegend: Wintersturm «Sabine» richtete Schäden in Millionenhöhe an. Wer kommt dafür eigentlich auf?

Von Unwettern wie dem im Februar wütenden Wintersturm sind besonders Haus- und Autobesitzer häufig betroffen. Laut Versicherungskonzernen summieren die durch «Sabine» verursachten Schäden auf mehrere Millionen Franken. Die gute Nachricht: Die meisten Schäden sind in der Schweiz obligatorisch abgesichert. Ein Sturm ist ein Elementarschaden, und deshalb übernimmt die kantonale Gebäudeversicherung diesen Schaden – bis auf einen Selbstbehalt. Auch Folgeschäden, etwa Feuer durch Kurzschlüsse oder Blitzeinschlag und eintretendes Oberflächenwasser, sind abgesichert. Kommt es aufgrund eines Blitzeinschlages zu Überspannungsschäden, haftet die Gebäudeversicherung bei fest installierten Geräten wie Kochherd und Waschmaschine. Schäden an beweglichen elektrischen Geräten wie Fernseher, Computer und Musikanlagen sind durch die Hausratversicherung abgedeckt.

Aber: Ist eine Solaranlage vorhanden, sollte der Besitzer im Vorfeld abklären, ob sie über die Gebäudeversicherung gedeckt oder ob eine Zusatzversicherung nötig ist. In Kantonen ohne obligatorische Gebäudeversicherung (Wallis, Genf, Tessin und Teile von Appenzell Innerrhoden) kann es allerdings Probleme geben. Wenn dort jemand sein Haus nicht versichert hat, kann es zu gravierenden Deckungslücken kommen.

Personenschäden
Werden bei einem Sturm Personen durch herunterfallende Gebäudeteile geschädigt, kommt die Gebäudehaftpflichtversicherung zum Tragen. Im Fall von ungesicherten Gegenständen, etwa Blumenkästen oder herumwirbelnde Gartenstühle, kommt die Privathaftpflichtversicherung für den Schaden auf.

Schäden an Autos
Die Teil- oder Vollkaskoversicherung wiederum kommt dafür auf, sollten Autos durch Stürme zu Schaden kommen, etwa wenn ein herunterstürzender Ast die Frontscheibe zertrümmert. Dabei gilt zu beachten, dass Teilkaskoversicherungen gegebenenfalls erst ab Windstärke 10 (75 km/h) zahlen. Auch bei Schaden durch herumfliegende Gegenstände, etwa Trampoline, ist die Abwicklung über die Teilkaskoversicherung empfohlen

Sorgfaltspflicht und Schadensminderung
Um ein versichertes Ereignis geltend machen zu können, müssen Versicherungsnehmer im Vorfeld des Sturms ihrer Sorgfaltspflicht nachgekommen sein. Dazu gehört, dass sie bei Sturmwarnung alle beweglichen Gegenstände im Garten oder auf dem Balkon sichern oder ins Innere räumen und Sonnenstoren einfahren.

Sollte es zu Schäden gekommen sein, müssen Versicherungsnehmer zudem alle zumutbaren Massnahmen ergreifen, um Folgeschäden abzuwenden. Ein klassisches Beispiel: Hat der Sturm ein Loch ins Hausdach gerissen, muss es provisorisch abgedeckt werden, um das Haus vor eindringendem Regenwasser zu schützen.

(sda)