• Unter neuem Präsidium gut aufgestellt

Unter neuem Präsidium gut aufgestellt

06.10.2020

Zur ungewohnten Jahreszeit, aber ganz BAG-konform, fand die diesjährige Mitgliederversammlung am 15. September in der altehrwürdigen Safran Zunft statt. Rund 60 Mitglieder und Gäste folgten der Einladung des HEV Basel-Stadt, um den vereinsrechtlichen Aufgaben nachzukommen. Im Vordergrund standen die Gesamterneuerungswahlen des Vorstands. Allen voran die Neubestellung des Präsidiums sowie die Ersatzwahl für den zurückgetretenen Vertreters der Handelskammer beider Basel. Unter den Gästen weilte auch der Direktor des HEV Schweiz Markus Meier.

Der abtretende Präsident Helmut Hersberger lies in seiner Begrüssungsansprache die Erfolge seiner 4-jährigen Amtszeit Revue passieren. Dabei verwies er auf drei Highlights: die Umwandlung des HEV Basel-Stadt von einer Genossenschaft in einen Verein, die Verjüngung des Vorstands bei gleichzeitiger Erhöhung des Frauenanteils und, last but not least, die umweltgerechtere Produktion des Verbandsorgans «Der Hausbesitzer», einschliesslich dessen Offenversands ohne Plastikhülle. Ein grosses Dankeschön richtete Hersberger an die Crew der Geschäftsstelle, die trotz coronabedingten Einschränkungen einen annähernden Normalbetrieb gewährleistete. Andreas Zappalà, der auf eine 30-jährige Tätigkeit für den HEV Basel-Stadt zurückblicken kann, wurde in der Dankesadresse für seine Treue besonders hervorgehoben.

Andreas Zappalà seinerseits verdeutlichte die besonderen Umstände, mit welchen sich der HEV Basel-Stadt infolge Coronakrise zu arrangieren wusste. So war der Betrieb der Geschäftsstelle zu jeder Zeit mit einer 2er Belegung gewährleistet, während die anderen Mitarbeitenden im Homeoffice beschäftigt waren und nur nach Bedarf ins Büro an der Aeschenvorstadt kamen. Eine spezielle Herausforderung bedeutete das Social Distancing Modell für Schatzungen, zumal diese in der Regel vor Ort in Begleitung eines Eigentümervertreters aufgenommen und im Büro, oder eben im Homeoffice, ausgewertet werden.

In Bezug auf die laufende Herausforderung mit und um Corona, hob Andreas Zappalà das rasch und unbürokratisch zustande gekommene Basler Dreidrittel-Rettungspaket hervor. So sei dieses kurz nach Ausrufung der ausserodentlichen Lage durch den Bundesrat am Runden Tisch mit Vertretern des SVIT, Mieterverbands, Wirteverbands und des HEV Basel-Stadt beschlossen worden, sodass für die Mietzinsproblematik rasch eine für alle Parteien einvernehmliche Lösung gefunden werden konnte. Zappalà unterstrich, dass mit dem Dreidrittel-Rettungspaket ein Basler Meisterstück gelungen sei, das in anderen Kantonen kopiert wurde. Im Nachbarkanton Basel-Landschaft wird immer noch nach einer Lösung gerungen.

Des Weiteren nahm Zappalà Bezug auf das am 29. November zur Abstimmung gelangende Referendum gegen den Grossratsbeschluss betreffend Änderung des Gesetzes über die Wohnraumförderung (Wohnraumfördergesetz WRFG). In dieser Sache hatte die Mehrheit des Grossen Rats eine griffige und realistische Umsetzung der Wohnschutzinitiative beschlossen. Damit soll einerseits der Erhalt von bezahlbarem Wohnraum gefördert, und andererseits die Wohnbautätigkeit sowie notwendige Sanierungen nicht verhindert werden. Ebenso wird damit dem Eingriff in die Eigentumsrechte ein Riegel vorgeschoben. Der HEV begrüsst es, dass sich das Parlament für eine praktikable Umsetzung der Wohnschutzinitiative ausgesprochen hat, welche dem Rot-Grünen radikalen Umsetzungsvorschlag, der eine Verknappung des Wohnungsangebots beinhaltet, eine Abfuhr erteilt hat. Allerdings hat Rot-Grün dagegen das Referendum ergriffen und Zappalà versichert, dass der HEV zusammen mit dem SVIT alles daran setzen wird, dieses zu verhindern. Er rief dazu auf, in diesem Sinne an die Urne zu gehen.

Der administrative Teil des Jahresberichts konnte rasch abgewickelt werden, so wurde die Rechnung, die mit einem komfortablen Gewinn von CHF 103 202 abschliesst, grossmehrheitlich abgenommen und dem Vorstand ebenso deutlich Décharge erteilt.

Wahlen
Bei den Wahlen folgte die Versammlung dem Vorschlag des Vorstands, aus seinem Kreis Patricia von Falkenstein für den abtretenden Helmut Hersberger ins Präsidium zu wählen. Als Ersatz für den zurückgetretenen Vertreter der Handelskammer beider Basel Martin Dätwyler wurde Sebastian Deininger gewählt. Schliesslich wurde BDO AG als Revisionsstelle für ein weiteres Jahr bestätigt.

HEV Schweiz Präsident pocht auf einen Entscheid beim Eigenmietwert
In seinem Grusswort dankte Markus Meier für die Einladung und gab seiner Freude Ausdruck, wieder einmal unter Mitgliedern sein zu können. Apropos Mitglieder, Meier erinnerte an die 342 000 Mitglieder des HEV Schweiz, die eine kraftvolle, stark organisierte Interessengemeinschaft in der Schweiz bilden. Nach Meiers Worten sind die Mitglieder die Basis des Verbands und verleihen ihm Kraft auf der politischen Ebene. Insbesondere beim Eigenmietwert gilt es, den Druck aufrechtzuerhalten. Obwohl wiederholt in den eidgenössichen Räten behandelt, hat sich das helvetische Unikum zu einem rentablen Geschäft für den Fiskus entwickelt. Meier mahnt, dass das lange Warten ein Ende haben und endlich ein Entscheid getroffen werden muss.

Markus R. Bodmer
Redaktor Der Hausbesitzer