• UBS-Studie zeigt: Immer mehr Schweizerinnen und Schweizer ziehen von Basel weg

UBS-Studie zeigt: Immer mehr Schweizerinnen und Schweizer ziehen von Basel weg

14.04.2022

Die UBS hat eine Studie publiziert, welche nicht nur für die lokale Politik interessante Erkenntnisse bringt. Claudio Saputelli, der UBS-Immobilienchef, hat das UBS Real Estate Local Fact Sheet entwickelt. Auch die Hauseigentümerinnen und -eigentümer finden darin Nützliches.

Die Haupterkenntnisse: Bei der Untersuchung der Zu- und Wegzüge zeigt sich, dass immer mehr Schweizerinnen und Schweizer Basel verlassen. Die Anzahl der Einwohne- rinnen und Einwohner bleibt dennoch mehr oder weniger konstant. Das erklärt sich mit der Zuwanderung von Ausländerinnen und Ausländern. Die negative Binnenwanderung ist höher als in anderen Grossstädten der Deutschschweiz.

Ein Trend zum Wegzug in die umliegenden Gemeinden ist feststellbar. Auch zahlreiche Expats kehren Basel nach kurzer Zeit den Rücken.

Es sind mehrere Gründe, welche in der Studie für dieses Verhalten eines Teils der Bevölkerung aufgeführt werden: Die Mietpreise und auch die Kosten für ein Haus sind in der Stadt Basel im Vergleich zu den Gemeinden im Baselbiet, im Dorneck und im Fricktal relativ hoch. Der Wohnungsbau in Basel zielt hauptsächlich auf günstigen Wohnraum, teurere oder gar luxuriöse Wohnungen, die es nicht in grosser Anzahl gibt, sind massiv teurer als im Umland.

Die Verbindungen des öffentlichen Verkehrs sind gut ausgebaut, auch aus der Agglomeration erreicht man das Stadtzentrum rasch. Auch tiefere Steuern für gewisse Einkommenskategorien spielen eine Rolle. Personen und auch Familien mit guten Einkommensverhältnissen bekommen in den Vorortgemeinden insgesamt mehr für ihr Geld. Im Vergleich zu anderen Gemeinwesen werden in Basel weniger neue Wohnungen gebaut, was auch Auswirkung auf die Mietpreise hat.

Interessant auch die Feststellung der Autoren der Studie, die sie gegenüber der Basler Zeitung geäussert haben: Der ausgeprägte Mieterschutz kann Investoren abschrecken, Wohnungen zu sanieren. Gebäude könnten weniger regelmässig saniert werden. Andere Gemeinwesen bieten vorteilhaftere Investitionsbedingungen.