• Schweizer wollen grössere Wohnungen

Schweizer wollen grössere Wohnungen

02.11.2020

 Der Anteil an Suchanfragen für 1-Zimmer- Wohnungen ist im Vergleich zum Vorjahr um über 18 Prozent eingebrochen. Gleichzeitig klettert die 4,5-Zimmer-Wohnung auf Platz zwei der beliebtesten Wohnungsgrössen. In Zeiten von Corna ist ein Trend zu grösseren Wohnungen feststellbar.

Während das Interesse an kleineren Wohnungen sinkt, verzeichnen grössere Wohnungskategorien einen proportional höheren Zuwachs an Suchanfragen. Das ergibt eine Analyse der Immobilienplattform ImmoScout24, bei der die Sucheingaben der vergangenen Monate mit den Daten von 2019 verglichen wurden.

Demnach ist eine eindeutige Interessenverschiebung hin zu grösseren Objekten feststellbar. Seit April ist der Anteil der Anfragen für 1, 1,5 und 2 Zimmer deutlich gesunken. Bei den 1-Zimmer-Wohnungen ist der Rückgang mit 18,2 Prozent am eindrücklichsten und zeigt exemplarisch, wie wichtig Wohnen geworden ist. Dieser Trend spiegelt sich auch in den Suchanfragen der übrigen Kategorien wider. So ist der Anteil für 3,5-Zimmer-Wohnungen um 4 Prozent gestiegen, für 5,5-Zimmer-Wohnungen sogar um 14,7 Prozent. Die grösste Zunahme ist bei den Wohnungen ab 6 Zimmern zu verzeichnen. Sie werden über 29 Prozent öfter gesucht als im Vergleichszeitraum 2019.

Bei den Suchenden am beliebtesten sind weiterhin 3,5-Zimmer-Wohnungen. 17,7 Prozent der Suchanfragen fallen auf diese Kategorie. Auf dem zweiten Platz folgt neu die 4,5-Zimmmer-Wohnung und verdrängt die 3-Zimmer-Wohnung auf Platz drei.

Eine Folge der Krise
Den Grund für diese Entwicklung sieht Waeber hauptsächlich in den Folgen der Corona-Krise. Zwar sehe man schon seit Anfang Jahr eine leichte Tendenz, dass das Interesse an grösseren Wohnungen zunehme. Seit dem Lockdown ist die Verschiebung jedoch extrem und hält an. Die Menschen verbringen mehr Zeit zu Hause und legen offenbar mehr Wert darauf, wie sie wohnten. Hinzu komme, dass Homeoffice seit der Krise populärer geworden sei. Denn: Wer vermehrt zu Hause arbeitet, möchte auch entsprechend eingerichtet sein, was oftmals mehr Platz erfordert.

Wer sparen will, zieht aufs Land
Gerade an zentralen Standorten sind die Preise in den letzten Jahren stetig gestiegen. Wer sich die grössere Wohnung im Zentrum nicht leisten kann, sollte sich in Vororten oder ländlicheren Gebieten umsehen. Flexible Arbeitsformen gewinnen an Relevanz. Dies ist ein grosser Vorteil für die Wohnungssuche. Denn gerade in Agglomerationen sind die Mietpreise oft erschwinglicher als im Zentrum. Für Menschen, die also vermehrt auch von zu Hause arbeiten, könnte so der Traum von mehr Platz auch mit kleinerem Budget in Erfüllung gehen.

Quelle: Scout24 Schweiz AG