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Rheintunnel Basel

16.09.2022

Am 16. Juni 2022 fand in Basel eine Orientierung des Bundesamts für Strassen (ASTRA) statt. Orientiert wurde über den Rheintunnel Basel, die Ausgangslage, das strategische Entwicklungsprogramm (STEP) mit seinen fünf Erweiterungsprojekten sowie über den Rheintunnel im Detail.

Es würde den Rahmen dieser Berichterstattung sprengen, wenn wir im Detail berichten würden. Nachstehend fassen wir den aktuellen Stand anhand der Informationen, die von der Homepage des ASTRA sowie einem dort verlinkten Flyer übernommen sind, zusammen. Wer sich detaillierter informieren will, kann dies über die nachstehenden Links gerne tun.

Überlastetes Nationalstrassennetz

Der Basler Abschnitt der Nationalstrasse A2 zwischen Schwarzwaldtunnel, Hagnau und Augst ist heute insbesondere an Werktagen stark überlastet. Aufgrund der Verkehrszunahme dürfte sich die Situation künftig zuspitzen. Das ASTRA befürchtet, dass ohne Gegenmassnahmen Staustunden sowie Ausweichverkehr in Quartiere und umliegende Agglomerationsgemeinden weiter zunehmen werden. Um die Situation zu entschärfen, hat das Bundesamt für Strassen, ASTRA, zusammen mit den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft in den vergangenen Jahren verschiedene Lösungsvorschläge ausgearbeitet. Daraus ging der Rheintunnel hervor.

Rheintunnel

Gemäss ASTRA soll der Rheintunnel das untergeordnete Strassennetz der Agglomeration Basel entlasten. Dies eröffnet Möglichkeiten für die nachhaltige Förderung des öffentlichen Verkehrs und des Langsamverkehrs. Die Verflüssigung des Verkehrs und die Reduktion von Staustunden erhöhen die Verkehrssicherheit und verringern den Ausweichverkehr in den Quartieren und Agglomerationsgemeinden. Zudem steht mit dem Rheintunnel bei Störungen auf der Osttangente eine Alternativstrecke zur Verfügung.

Der Rheintunnel besteht aus mehreren Tunnelabschnitten, die an die bestehenden Achsen von und nach Deutschland und Frankreich anknüpfen. Das Kernstück sind zwei neue, zweispurige Tunnels: der Rheintunnel West ist 3,6 Kilometer lang, der Rheintunnel Ost 3,8 Kilometer. Beide Tunnels unterqueren den Rhein in einer Tiefe von mindestens 18 Metern ab Flussgrund. Die Tunnels werden mit einer Tunnelbohrmaschine gegraben. Der Vortrieb ab dem Tunnelportal Wiese erfolgt konventionell. Die Übergänge und Verbindungen zur bestehenden Autobahninfrastruktur werden im Tagbau realisiert. Im Bereich Wiese sind neue Kunstbauten nötig. Zuerst werden der Rheintunnel West sowie die beiden Tunnel- abschnitte Klybeck und Wiese gebaut, anschliessend der Rheintunnel Ost.

Ort

Osttangente A2 Basel: Verbindung (Nordtangente) Stadtautobahn Richtung Frankreich A3 mit der Verzweigung Hagnau im Süden und dem Zubringer Richtung Deutschland A5.

Anschlüsse von und nach Frankreich, Deutschland und in die Schweiz

Von Frankreich in die Schweiz

Wer von Frankreich kommt, zweigt nach der Dreirosenbrücke via die bestehende,

aber bisher nicht in Betrieb genommene Ausfahrt Klybeck in den rund 1 Kilometer langen Tunnelabschnitt Klybeck ab. Der Anschluss Klybeck ist im Bereich der Dreirosenanlage vollständig eingehaust.

Von der Schweiz nach Frankreich

Von der Verzweigung Hagnau führt der Weg zum Tunnelportal Birsfelden und von dort in den Rheintunnel. Wer nach Frankreich fährt, verlässt den Rheintunnel – nach Unterqueren des Rheins – beim Tunnelportal Badischer Bahnhof und folgt der bestehenden A3-Nordtangente nach Frankreich.

Von Deutschland in die Schweiz

Wer von Deutschland Richtung Schweiz verkehrt, fährt in Kleinhünigen via Tunnelportal Wiese in den rund 1 Kilometer langen Tunnelabschnitt Wiese und verlässt den Rheintunnel durch das Tunnelportal Birsfelden.

Von der Schweiz nach Deutschland

Von der Verzweigung Hagnau aus führt der Weg via Tunnelportal Birsfelden in den Rheintunnel. Wer nach Deutschland fährt, folgt ab dem Tunnelportal Badischer Bahnhof der bestehenden A2 Richtung Deutschland.

Ziel

Das ASTRA verfolgt mit dem Rheintunnel nachstehende Ziele:

Entschärfung des Engpasses auf der Osttangente (A2)

Entlastung des untergeordneten Strassennetzes

Sicherstellen der Funktionalität der Anschlüsse an die Nationalstrasse

Ausbau der Kapazität zur Sicherung der zukünftigen Funktionalität

Planungs- und Bauzeit

2017 bis 2020: Erarbeitung Generelles Projekt Rheintunnel Basel

2020 bis 2022: Erarbeitung des Ausführungsprojekts

2022 bis 2025: öffentliche Planauflage und Behandlung eventueller Einsprachen

2029: Frühestmöglicher Baubeginn

2040: Frühestmögliche Eröffnung

Kosten

Die Gesamtkosten für das Projekt Rheintunnel betragen rund 2,36 Milliarden Franken. 

 

Weitere Informationen

Wer sich eingehender über das Projekt orientieren möchte, kann das über www. rheintunnel.ch/ tun. Im digitalen Besucherzentrum erhält man detaillierte Informationen, unterlegt mit diversem Video- und Bildmaterial. Aufgeschaltet ist dort auch die Präsentation Infoforum vom 16. Juni 2022.

Zusammengefasst von Andreas Zappalà, Geschäftsführer HEV Basel-Stadt