• Immobilienbranche generiert Wertschöpfung von über 70 Milliarden Franken pro Jahr

Immobilienbranche generiert Wertschöpfung von über 70 Milliarden Franken pro Jahr

02.09.2020

Aktualisierte Zahlen zeigen: Die Wertschöpfung der Immobilienwirtschaft ist zwischen 2011 und 2017 um 12 Prozent gestiegen. Die Branche ist damit stärker gewachsen als die Gesamtwirtschaft.

Erstmals seit 2014 liegen aktuelle Zahlen zur Immobilienwirtschaft in der Schweiz vor. Wie der Hauseigentümerverband Schweiz (HEV) und das Eidgenössische Departement für Wohnungswesen (WBO) mitteilten, wurden die Daten aktualisiert und mit Angaben aus den Kantonen erweitert. Demnach trägt die Branche mit 71,2 Milliarden Franken rund 11 Prozent zum Schweizer Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei. Rechnet man die Mieteinnahmen der privaten Vermieter hinzu, sind es gar 113,5 Milliarden Franken beziehungsweise 17 Prozent.

In einer gemeinsamen Mitteilung schreiben der HEV und das Bundesamt angesichts Immobilienbranche generiert Wertschöpfung von über 70 Milliarden Franken pro Jahr dessen von einer «zentralen Rolle» der Immobilienbranche für die Schweizer Wirtschaft. Über eine halbe Million Vollzeitäquivalente würde die Branche beschäftigen, was rund 14 Prozent der gesamtschweizerischen Beschäftigung entspreche. Zudem ist die Immobilienwirtschaft gemäss der Mitteilung zwischen 2011 und 2017 um 12 Prozent gewachsen. Sie verzeichnet damit ein stärkeres Wachstum als die Gesamtwirtschaft.

In Uri machen Immobilien ein Viertel des BIP aus
Allerdings: Der Begriff Immobilienbranche ist recht breit gefasst. Neben dem Wohnungswesen zählen Architektur- und Ingenieurbüros, die Bauwirtschaft, Gebäudeunterhalt, Sicherheit und Teile der Dienstleistungs- und Finanzwirtschaft sowie der öffentlichen Verwaltung hinzu. Rechnet man die Mieteinnahmen der privaten Haushalte hinzu, macht das Wohnungswesen mit knapp 50 Milliarden Franken den grössten Teil aus. Ohne die Mieteinnahmen schrumpft dieser Betrag auf 20 Milliarden und wird von der Bauwirtschaft um 8 Milliarden übertroffen.

Die Daten des HEV und des Bundesamts für Wohnungswesen sind frei zugänglich. Sie zeigen, dass die volkswirtschaftliche Bedeutung der Immobilienbranche in ländlichen Kantonen grösser ist als in städtischen. Den grössten Beitrag leistet die Branche mit 24 Prozent im Kanton Uri. In Basel-Stadt haben Immobilien eine relativ kleinere Bedeutung. Dort trägt die Branche nur rund 8 Prozent zum BIP bei.

150 000 neue Gebäude in sechs Jahren
Auch der viel diskutierte «Bauboom» zeigt sich in den Zahlen: Zwischen 2011 und 2017 ist der Gebäudebestand von 2,6 auf 2,75 Millionen Gebäude angestiegen. Vor allem in Mehrfamilienhäuser sei vermehrt investiert worden, heisst es in der Mitteilung.