• Einfluss der Corona-Krise auf das Baugewerbe

Einfluss der Corona-Krise auf das Baugewerbe

06.05.2020

In der Nordwestschweiz wurden die Baustellen wegen des Coronavirus nicht flächendeckend geschlossen. Anders als im Tessin und während einer kurzen Dauer in den Kantonen Genf und Waadt, bleiben die Baustellen in der Region offen. Es darf, unter Einhaltung der strengen BAGMassnahmen, weitergearbeitet werden. Die Baustellen wurden und werden laufend von neutraler Stelle kontrolliert. In Basel-Stadt durch die SUVA zusammen mit dem Amt für Wirtschaft und Arbeit, in Baselland durch die AMKB.

Kontrollen sind richtig und wichtig. So berichtet die AMKB am 7. April 2020, dass sie seit dem Beginn der Kontrollen am 19. März 2020 im Kanton Basel-Landschaft 138 Baustellen kontrolliert hat. 67 Baustellen, also rund die Hälfte, seien einwandfrei gewesen, d.h., die Vorgaben wurden bereits umgesetzt. Bei 63 Baustellen fand eine Nachkontrolle mit befriedigendem Ergebnis statt. Die Bauleitung behob die beanstandeten Punkte nach der ersten Kontrolle. Lediglich in 8 Fällen erfolgte eine Meldung ans Arbeitsinspektorat. Bei allen 8 wurden in der Folge die Empfehlungen dann auch umgesetzt.

Am 15. April meldet der schweizerische Baumeisterverband, dass von den schweizweit ca. 1900 kontrollierten Baustellen, deren 97 % die Massnahmen erfolgreich umgesetzt haben. Lediglich in 45 Fällen mussten Beanstandungen an die jeweiligen Kantone gemeldet werden.

Gemeinsam mit den verantwortlichen Planern, Bauleitungen und allen beteiligten Ausführenden des Bauhaupt- und Nebengewerbes ist es gelungen, die geforderten Massnahmen maximal umzusetzen. Der dazu nötige Aufwand ist stellenweise immens, steht aber sehr wohl im Verhältnis zum Gesundheitsschutz der Arbeitneh- mer/-innen und ist somit absolut vertretbar. Aus Berichten von Berufs- und Branchenkollegen sind aktuell keine Lieferengpässe und damit Ausführungsverzug bekannt. Dies kann sich aber bei Zulieferungen aus dem Ausland im Bereich von z. B. Armaturen, Apparaten oder Bodenplatten dahingehend entwickeln, sollten die produzierenden Fabriken in Italien oder Spanien weiterhin geschlossen bleiben.

Engpässe bestehen heute – dies betrifft die ganze Schweiz – bei den Schutzmasken, welche von der SUVA auch bei Abbrucharbeiten vorgeschrieben sind. Eine Entspannung durch eine schweizerische Produktion zeichnet sich jedoch ab.

Schwere Zeiten durchlebt der Gartenbau. Dort kam es wegen des Lockdowns der Gartenbauzentren und Gärtnereien zu Lieferstopp bei Pflanzen und Erde. Obwohl vom Bundesrat nicht direkt zur Einstellung der Tätigkeiten belegt, konnten die Gärtner/- innen ohne diese Waren ihre Leistungen nur suboptimal oder gar nicht erbringen. 60 % bis 80 % Umsatzverlust kursieren in der Branche. Nun entspannt sich diese Lage seit dem 27. April 2020 mit den ersten vom Bundesrat kommunizierten Aufhebungen von Schliessungen.

Noch scheinen wir nicht über dem Berg zu sein, und ob das Investitionsvolumen der Bauherren nach der Corona-Pandemie weiterhin hoch bleibt, ist offen.

Wir sind alle weiterhin gefordert, Disziplin zu halten, um das fragile Erreichte nicht wieder zu verlieren. Bleiben Sie gesund!

Dominik O. Straumann

Vize-Präsident
HEV Basel-Stadt