• Eigenmietwert soll abgeschafft werden

Eigenmietwert soll abgeschafft werden

31.01.2019

Mehrmals schon sollte der Eigenmietwert abgeschafft werden. Nun könnte es tatsächlich so weit sein. Doch es gibt (immer) noch offene Fragen.

 

Die «Mietwertbesteuerung der selbst genutzten Liegenschaften», kurz Eigenmietwert, ist ein Überbleibsel aus längst vergangenen Tagen: 1934 wurde die Krisensteuer eingeführt, um den klammen Schweizer Staatshaushalt zu sanieren. Der Eigenmietwert besteuert theoretische Einnahmen, die Immobilienbesitzer hätten, würden sie ihr Eigentum vermieten. Vorstösse, den Eigenmietwert abzuschaffen, scheiterten bislang am Widerstand von Hauseigentümerverband, Banken und Baugewerbe. Auch vier Volksinitiativen wurden vom Stimmvolk abgelehnt. Allerdings bröckelt nun die Front gegen die Steuer.

Wird der Immobilienerwerb nun teurer?

Aufgrund der aktuellen Tiefzinsphase würden die Hauseigentümer ihre Opposition gegen den Eigenmietwert aufgeben; auch aus der Bau- und Bankenbranche käme kein Widerstand. Nun spreche sich die Wirtschafts- kommission des Ständerats (WAK-S) «oppositionslos» für einen Systemwechsel bei der Wohneigentumsbesteuerung aus. Schon im Februar sollen die Beratungen hierzu abgeschlossen seine, einen Monat später werde die Vorlage in die Vernehmlassung geschickt. Mit dem Eigenmietwert würden allerdings auch die verbundenen Abzugsmöglichkeiten, etwa für Unterhaltsarbeiten an der Immobilie sowie für Schuldzinsen, wegfallen. Die Folge: Der Kauf eines Hauses könnte teurer werden. Abhilfe schaffen soll ein Ersterwerberabzug. Mit dem vorgeschlagenen befristeten Ersterwerberabzug, womit neue Hausbesitzer zehn Jahre lang die Hypothekarzinsschulden abziehen können, ist es für Normalverdiener auch weiterhin erschwinglich, ein Eigenheim zu kaufen.

(sda)