• Echte Zusammenarbeit wird unabdingbar

Echte Zusammenarbeit wird unabdingbar

06.05.2020

Wir leben in schwierigen Zeiten. Die wenigen Beispiele der Zusammenarbeit über Grundsatz-, Meinungs-, Partei- und Denkgrenzen hinweg entpuppen sich allzu oft als Handlungsstrategien, die kompromisslos den ureigenen persönlichen Zielen untergeordnet werden. Dabei wäre in unserer Zeit mehr Zivilcourage, mehr Vertrauen in das Gegenüber gefragt – wäre aber auch mehr Entgegenkommen, mehr Vorleistungen gefordert. Aber auch Fairness und Konsequenz in der konkreten Zusammenarbeit.

Jüngstes Beispiel und Anschauungsunterricht im Positiven wie im Negativen bietet das in Basel-Stadt lancierte Dreidrittel- Rettungspaket zur Linderung wirtschaftlicher Not von KMU, die durch weiterlaufende Mietkosten bei fehlendem Ertrag getroffen werden (siehe Medienmitteilung auf Seite 6).

Es ist beeindruckend, dass es nicht nur gelungen ist, die «Erzfeinde» (Mieterverband und Hauseigentümerverband) an einen Tisch zu bringen, sondern ein ausgewogenes Lösungspaket zu verabschieden. Blumen hat sich dabei auch die Regierung verdient, denn sie hat positiv und schnell reagiert und dabei nicht vergessen, den Initianten für das Geleistete zu danken.

Und was tut das Parlament? Jetzt, wo alles für eine Erfolgsstory aufbereitet ist, die nationale Beachtung finden könnte, überweisen die Volkvertreter zwar die diesbezügliche Motion an den Regierungsrat, verweigern aber der Initiative die Gefolgschaft bei der notwendigen Zweidrittelmehrheit für die Dringlichkeitserklärung. Welchen Teufel die störrischen Parlamentarier geritten haben, wissen sie wohl nicht einmal selbst. Am ehesten wohl stand falsch verstandene Parteitreue bei dieser (Aus-)Geburt Pate. So ganz nach dem Motto «eine schlechte Lösung von uns ist allemal besser als eine gute Lösung der Gegner». Und damit ist es wieder einmal gelungen, (mit zugegeben geringem Aufwand), einen guten Lösungsansatz in letzter Minute zu torpedieren. Wie gross der Scherbenhaufen ist und was zu retten ist, wird die Zukunft zeigen. Und die Parlamentarier, die «Nein» gestimmt haben, werden sich hierfür bei ihren Wählern erklären müssen – einfach wird das nicht, denn die Verantwortlichen der betroffenen KMU gehören queerbeet verschiedenen Parteien an.

Und wenn jetzt der eine oder andere «Dringlichkeitsverweigerer» beginnt, seine Haltung zu hinterfragen, dann ist dies nicht nur gut, sondern dringend notwendig.

Es bleibt nur zu hoffen, dass der angerichtete Schaden nicht allzu gross ist und die Betroffenen die durch die fehlende Dringlichkeit entstandene Zusatzzeit überleben. Basels KMU – das Rückgrat unserer Wirtschaft – hätten Besseres verdient.

Allerdings können wir uns in Corona-Zeiten allzu viele derartige Fehler schlicht und einfach nicht leisten. Wir werden wohl auf dem harten Weg lernen müssen, wie echte Zusammenarbeit geht.