• Wenn Wohnungen unbewohnbar werden

Wenn Wohnungen unbewohnbar werden

11.10.2017    

Die Medizinischen Dienste Basel-Stadt führten Ende August erstmals ein Symposium zum Thema Verwahrlosung durch. Das Symposium vernetzte die nötigen Akteure im Kanton Basel-Stadt und schloss damit eine Lücke. Ziel des Fachanlasses war neben der Vernetzung und Festigung der Zusammenarbeit die Wissensvermittlung im Umgang mit verwahrlosten Personen. Im Kanton Basel-Stadt hat in den Jahren 2013 bis 2016 die Zahl der jährlichen Fälle von Wohnungsverwahrlosung von 35 auf 61 zugenommen.

Das Wohnungsgesetz Basel-Stadt liefert die rechtliche Grundlage, auf welcher ein Beratungs- und Aufsichtsmandat besteht. Dieses nehmen die Medizinischen Dienste des Gesundheitsdepartements Basel-Stadt wahr. Pflegefachpersonen des Fachbereichs Wohnungswesen der Abteilung Sozialmedizin erhalten Hinweise auf desolate hygienische Verhältnisse, suchen in der Folge diese Wohnungen auf und leiten bei Bedarf geeignete Massnahmen ein. Dabei werden verschiedene Behörden, Institutionen und Organisationen aus dem privaten Bereich miteinbezogen.

Im Kanton Basel-Stadt hat die Zahl der Fälle von Wohnungsverwahrlosung in den Jahren 2013 bis 2016 von 35 auf 61 zugenommen. Eine Verwahrlosungssituation zeichnet sich durch eine hohe Komplexität und durch fehlende soziale und finanzielle Ressourcen der oftmals kranken Betroffenen aus. Verwahrlosung, Vermüllung und hortendes Verhalten, besser bekannt als Messie- Syndrom, beschreiben solche schwierigen Wohnverhältnisse, die sich auf betroffene Personen gesundheitsschädigend auswirken können. Häufig liegen zudem psychische Störungen vor. Betroffen sind Personen verschiedener Altersgruppen, wobei die zunehmende Gebrechlichkeit und demenzielle Entwicklung älterer Personen einen Teil der Betroffenen ausmachen. Nicht selten fällt es Betroffenen schwer, Unterstützung anzunehmen, obwohl sie selbst nicht in der Lage sind, die Situation zu lösen.

Wichtige Elemente zur Verbesserung der Verwahrlosungssituationen bestehen in der Aufforderung zur Räumung, Reinigung und Desinfektion der Wohnungen, aber auch in der Anbindung der Betroffenen an verschiedene medizinische und soziale Hilfestellungen wie beispielsweise an eine Hausarztpraxis, die Spitex, an ambulante psychiatrische Dienste, die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde, die Sozialhilfe und viele weitere Akteure. Die erfolgreiche Umsetzung von tragbaren Massnahmen ist nicht zuletzt abhängig von einem möglichst guten Zusammenspiel dieser verschiedenen beteiligten Stellen.

Quelle: Gesundheitsdepartement Basel-Stadt

Unlängst kursierte in den Medien folgende Story

«Im Messie-Haus lagen tote Ratten und Tierskelette. Eine Frau in Balsthal SO hat jahrelang in einem Messie-Haus gelebt. Nun schritten die Behörden ein und räumten die Liegenschaft.

Vor zwei Wochen deckte der Regionalsender Tele M1 den Fall auf. Im Haus lagen sogar Tierskelette und tote Ratten herum. Nachbarn hatten der Gemeinde die Zustände gemeldet, worauf diese reagierte und fünf Katzen aus dem Haus holte. In der Folge räumten Spezialisten die Liegenschaft. Mehrere Container wurden mit dem Unrat gefüllt, den die Frau über Jahre hinweg in ihrem Haus gelagert hatte.»