125 Jahre im Dienste der Haus- und Wohneigentümer

28.06.2017    

Die Jubiläums-Mitgliederversammlung «125 Jahre HEV Basel-Stadt» im Basler Kongresszentrum wurde von einer grossen Zahl von Mitgliedern und ihren Begleitpersonen sowie von Gästen aus Politik und Wirtschaft besucht. Nebst Baschi Dürr, der die Glückwünsche der Basler Regierung überbrachte, sprach unter anderem auch der Präsident des HEV Schweiz, Nationalrat Hans Egloff. Patricia von Falkenstein wurde neu in den Vorstand gewählt.

In der ersten von Helmut Hersbacher geleiteten Mitgliederversammlung gab der Präsident vorab seiner Freude Nachdruck, dass über 300 stimmberechtigte Mitglieder, deren Begleitpersonen sowie Gäste der Einladung zur Jubiläumsversammlung Folge geleistet hatten. Insbesondere aus Politik und Wirtschaft konnte er eine grosse Anzahl von Vertretern willkommen heissen. In seiner Begrüssungsansprache hob Helmut Hersberger eingangs Aufgaben und Ziele des HEV hervor: das Haus- und Wohneigentum schützen; den liberalen Werten in unserer Gesellschaft zum Durchbruch verhelfen; die Eigentumsrechte verteidigen; die Mitglieder vor Behördenwillkür bewahren. Danach nahm er die Teilnehmer mit auf einen virtuellen Hürdenlauf, den angehende Haus- und Wohneigentümer bzw. langjährige Eigentümer im Laufe ihrer Besitzdauer zu bewältigen haben.
Angefangen bei den strengen Auflagen der Banken bei der Hypothekarvergabe über die hohe Handänderungsteuer und kartellähnlich berechneten Notariatskosten bis hin zur Behebung von verstecken Baumängeln. Damit nicht genug. Auch der Fiskus gebärt sich wie ein Wegelagerer, insbesondere wenn es darum geht, Haus- und Wohneigentümer mit dem jüngst erhöhten Eigenmietwert, der Grundstückgewinnsteuer sowie einer allfällig zum Tragen kommenden Vermögenssteuer zu schröpfen.
Trotz diesen, dem Verfassungsartikel 108 zuwiderlaufenden Hürden, die vielmehr zur Verhinderung als zur Förderung von Wohnbau und Wohneigentum funktionieren, liess sich Helmut Hersberger die Feststimmung nicht vergällen. Gleiches taten die geladenen Redner, die dem 125-jährigen Jubilar ihre Glückwünsche überbrachten. Zu ihnen zählen der Basler Regierungsrat Baschi Dürr; Landrat Markus Meier, Präsident des HEV Baselland, und Andreas Biedermann, Präsident SVIT beider Basel. Baschi Dürr gratulierte dem HEV Basel- Stadt in zweierlei Hinsicht: als Politiker, indem er die Expertenmeinung des HEV schwer gewichtet; als Privatperson, indem er den seit 125 Jahren aktiven HEV als Speerspitze der Freiheit im Kampf um das Rechtsgut Eigentum würdigt. Markus Meier seinerseits verwies auf den grossen, schweizweiten Zulauf beim HEV, was darauf schliessen lässt, dass die Eigentumsrechte ein Schlüsselthema sind. Des Weiteren kritisierte er die immer grösser werdende Abgabenkaskade. In Anspielung an den Eigenmietwert zitierte er aus einem Artikel in der NZZ: «Es ist schwierig zu verstehen, warum Eigentümer Einkommen versteuern müssen, das sie nie gesehen haben.» Andreas Biedermann schliesslich unterstrich die freundschaftliche Verbundenheit der beiden Organisationen SVIT und HEV.

Jahresbericht der Geschäftsstelle

Geschäftsführer Andreas Zappalà ging in seinem Jahresbericht nebst dem neuen Energiegesetz und der Planauflage der Zonenplanrevision vor allem auf den revidierten Eigenmietwert ein: Bei allem Verständnis, diesen den eidgenössischen Vorgaben anzupassen, kritisierte er, dass 15 Jahre seit der letzten Neubewertung gewartet wurde, um zum Teil massive Erhöhungen geltend zu machen. Ein Vorgehen, das etliche, insbesondere ältere Wohn- und Hauseigentümer in eine delikate Situation versetzt. Des Weiteren stellte Andreas Zappalà fest, dass entsprechende von der Steuerverwaltung eingeforderte Auskünfte oft unbefriedigend erteilt werden. Einmal würde man an die Bodenbewertungsstelle verwiesen, an anderes Mal an die Gebäudeversicherung. So kommt es nicht von ungefähr, dass der HEV über 100 Einsprachen von Mitgliedern bearbeitet hat. Andreas Zappalà gibt zu bedenken, dass in der generellen Diskussion um den Eigenmietwert von der Öffentlichkeit oft nicht wahrgenommen werde, dass Wohn- und Hauseigentümer auch Kosten haben und der Eigenmietwert demzufolge eine willkürliche Steuer ist. Zu guter Letzt macht Andreas Zappalà einen Exkurs auf die Behandlung des Geschäfts im Grossen Rat, wo bekanntlich verschiedene Vorstösse hängig sind. Als Primeur konnte er sodann mit der Information aufwarten, wonach am 7. Juni 2017 eine Standesinitiative zur Abschaffung des Eigenmietwertes eingereicht wurde. 
In Bezug auf die kommerzielle Tätigkeit konnte der Geschäftsführer von einem befriedigenden Ergebnis berichten. Bei einem Betriebsertrag von CHF 1 251 078.– und einem Betriebsaufwand von CHF 1 186 297.– resultiert 2016 ein Betriebsgewinn von CHF 65 781.–. Während die Honorare bei den Schatzungen und den STWE-Honoraren zunahmen, konnten die Beratungen das Ergebnis des Vorjahres nicht erreichen. Erfreulich ist aber die Zunahme bei den Mitgliederbeiträgen. Die Betriebsaufwendungen lagen 2016 im Vergleich zum Vorjahr tiefer. Der Unternehmensgewinn beträgt nach Steuer CHF 11 283.–. Darin enthalten sind eine Auflösung bei den Schwankungsreserven, da sich diese gemäss interner HEV-Richtlinie als zu hoch erwiesen, sowie Rückstellungen für das Jubiläumsjahr 2017.

Statutarische Geschäfte

Die übrigen statutarischen Geschäfte gingen schlank über die Bühne. Dem Vorstand wurde erwartungsgemäss Décharge erteilt. Hervorzuheben sind die Wahlen, bei denen der bisherige Vorstand bestätigt wurde. Neu in den Vorstand wurde Grossrätin und LDP-Präsidentin Patricia von Falkenstein gewählt. Als Revisionsstelle wurde die BDO AG bestätigt.

Gastreferate

Im Anschluss an den offiziellen Teil der Mitgliederversammlung präsentierte Reto Ackermann die IWB «Wärmebox». Dabei handelt es sich um ein umfassendes Komplettpaket, bei dem Planung, Installation, Betrieb und Finanzierung alles aus einer Hand kommen Das Produkt wird in einer der kommenden Ausgaben von «Der Hausbesitzer» im Detail vorgestellt. Den Abschluss der Jubiläums-Mitgliederversammlung machte der Präsident des HEV Schweiz, Nationalrat Hans Egloff. In seiner Ansprache ging er u. a. auf den Stand der Debatte um den Eigenmietwert im eidgenössischen Parlament ein. Obwohl er sich ursprünglich zum Ziel gesetzt hat, in dieser Sache während seiner Amtszeit als Präsident des HEV Schweiz und Nationalrat eine Lösung zu finden, hat er inzwischen realisiert, dass er sich allenfalls einer Illusion hingegeben hat, zumal die Mühlen in Bern um einiges langsamer mahlen, als das den Wohn- und Hauseigentümer recht ist.

Markus R. Bodmer
Redaktor «Der Hausbesitzer»

 

 

STATUTEN DES VEREINS «HAUSEIGENTÜMERVERBAND BASEL-STADT»

Mit Beschluss der Mitgliederversammlung vom 9. Juni 2016 wurden die Statuten des HEV Basel- Stadt in Kraft gesetzt. Anstelle einer Genossenschaft firmiert der HEV Basel-Stadt seither als Verein. Mit der Einladung zur a. o. Mitgliederversammlung vom 30. November 2015 wurde den Mitgliedern zusammen mit dem Umwandlungsbericht der Entwurf der Vereinsstatuten zugestellt. Im Sinne der Transparenz ist es uns ein Anliegen, den Mitgliedern die verabschiedeten Statuten zukommen zu lassen. Diese sind in der aktuellen Ausgabe von «Der Hausbesitzer» beigelegt. Weitere Exemplare sind auf der Geschäftsstelle erhältlich.

HEV Basel-Stadt

 

 

Regierungsrat Baschi Dürr.
Nationalrat Hans Egloff, Präsident HEV Schweiz.
Helmut Hersberger, Präsident HEV Basel-Stadt.
Andreas Zappalà, HEV Geschäftsführer.
Prominente Vertretung aus Politik und Wirtschaft.
Patricia von Falkenstein, neu gewähltes Vorstandsmitglied.
HEV-Vorstandsmitglieder Dominik O. Straumann und Martin Dätwyler, Hans Egloff, Regierungsrat Conradin Cramer (v.l.n.r.).
Vorstandsmitglied Philippe Simonius (l.) und alt Vize-Präsidentin Elisabeth Simonius (r.) im Gespräch mit Urs und Barbara Burckhardt.